Aus welchen Gründen auch immer, es gibt Menschen, die nicht nur sich, sondern auch ihren Hund vegetarisch ernähren wollen. Die Argumente sind vielfältig, Fakt ist, dass Futtermittelhersteller die Nachfrage nach vegetarischem Hundefutter bedienen. Aber welche Nachteile kann eine vegetarische Ernährung für den Hund mit sich bringen? Geht es ganz ohne Fleisch?

Wie bei jeder anderen Ernährungsweise auch, muss bei vegetarisch gefütterten Hunde darauf geachtet werden, dass das Futter alles enthält was der Hund braucht. Allein dieses Thema ist ohne den “vegetarischen Aspekt“ heikel.

Ein Hundefutter, dass ohne viel Beiwerk auskommt, ist zweifelsfrei besser

Denn wie anderen Alleinfuttersorten auch, werden vegetarischen Hundefuttern häufig ebenfalls diverse Zusatzstoffe beigesetzt. Zum einen werden Karotinoide oder andere Farbstoffe hinzugefügt, damit das Ganze appetitlicher aussieht, also eher ein Verkaufsargument für Herrchen und Frauchen. Mittels synthetischer oder natürlicher Geschmacks- und Geruchsstoffe wird so manche langweilige Krokette zur Geschmacksbombe für den Hund, sodass gegessen wird was auf den Tisch kommt, quasi unabhängig vom Inhalt. Durch Antioxidantien soll das Futter nicht ranzig werden, durch Geliermittel erhält das Futter seine Konsistenz.

Wie in anderen Hundefuttern werden manchmal auch Konservierungsstoffe beigesetzt, um die Entstehung von Schimmelpilzen zu vermeiden.  Durch Bakterienkulturen wie Lactobazillen und Bifidobakterien sollen Darmgesundheit und Abwehrsystem des Hundes unterstützt und gestärkt werden. Soweit so gut, auch beim Füttern mit andere Hundefuttersorten müssen sich die Hundebesitzer sich dessen bewusst sein. Ein Hundefutter, dass ohne viel Beiwerk auskommt, ist zweifelsfrei besser.

Eine vegetarische Ernährung als artgerechte Variante ist stark umstritten

Bei vegetarischem Hundefutter stehen aber nicht nur die Zusatzstoffe, sondern vielmehr das Verhältnis der Nährstoffarten Kohlenhydrate, Fette und Eiweiße im Vordergrund. Der Hundedarm kann Eiweiße und Fette gut aufnehmen. Kohlehydrate sind an sich auch kein Problem, nur ist der dafür vorgesehene Darmabschnitt viel kürzer. Wenn die im Futter enthaltenen Kohlenhydrate nicht gut bioverfügbar sind, also schnell aufgenommen werden können, wandern sie einfach durch den Darm, ohne dass sie ganz verwertet werden können. Das Ergebnis sind viel Kacke und immernoch Hunger.

Es ist daher unabdingbar, dass die enthaltenen Kohlehydrate im vegetarischen Hundefutter nicht nur leicht verdaulich sind, sondern auch, dass die enthaltene Menge an Proteinen vorhanden ist. Durch den Austausch der tierischen durch pflanzliche Proteine, ist es durchaus möglich, den Hund so vegetarisch zu ernähren, dass es ihm körperlich an nichts fehlt. Da ein Hund als Allesfresser und Nachfahre des Wolfes aber starke Tendenzen zu tierischer Nahrung hat, ist eine vegetarische Ernährung als artgerechte Variante stark umstritten.

Bis zu einem gewissen Grad kann der Hund, als Nachfahre des Wolfes, auch pflanzliche Nahrungsbestandteile verdauen. Um davon aber alle benötigten Nährstoffe zu beziehen reicht es laut Gegner des vegetarischen Ernährungsstils für Hunde nicht aus. Die Zusammenstellung des fleischlosen Futters sollte daher von einem erfahrenen Tierarzt begleitet werden, da die Rationsberechnung schwierig ist und muss unbedingt von Fachleuten durchgeführt werden soll.