Beim Barfen braucht man rohes Fleisch, klar aber was muss die optimale Hundenahrung enthalten?

Zusätzlich wird eine BARF-Mahlzeit mit ungekochtem Obst und Gemüse, manchmal Getreide und gelegentlich Knochen zubereitet. Je nach Bedarf werden auch Nährstoffpräparate, Fette, Öle und Mineralien hinzugefügt, je nach Rasse, Alter und Gesundheitszustand des Hundes. Wie viel wovon ist nötig?

Eine Faustregel besagt, dass eine Tagesration für den Hund ca. 2% seines Körpergewichts schwer sein sollte. Man nimmt also das Körpergewicht des Hundes und multipliziert es mit 0,02. So erhält man die Kilogrammzahl für die Tagesration. Wie bei allen Faustregeln: es ist ein Richtwert und nicht starr! Ein Hund der sich mehr bewegt oder schneller verstoffwechselt, kann vielleicht etwas mehr brauchen, als ein älteres Tier, das dazu neigt Fett anzusetzen!

Fleisch

Eine BARF-Mahlzeit besteht zum größten Teil aus Fleisch und fleischigen Knochen. Ungefähr 70% bis 90% der Futterportion pro Tag müssen aus rohem Fleisch bestehen. Wichtig ist, dass man nicht immer nur das gleiche Fleisch füttert und auch nicht immer nur Muskelfleisch anbietet. Das heißt, dass es ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Muskelfleisch, Knochen, Gedärmen und Organen geben muss, denn die eine Sorte hat das, was der anderen fehlt. Beim Barfen steht also Abwechslung auf dem Programm.

Gemüse und Obst

Täglich sollte beim Barfen auch Obst und Gemüse auf dem Speiseplan stehen. Von der gesamten Tagesportion werden 10% bis 30% empfohlen. Es kann dabei nicht jede Sorte beliebig eingesetzt werden, da einige für den Hund giftig sind. Unbedenklich sind: Chinakohl, Fenchel, Gurke, Karotte, Kürbis, Mangold, Radieschen, Rettich, Rote Beete, Salate, Sellerie, Zucchini. Außerdem sollte das angebotene Grünzeug immer frisch und reif sein, um von Unverträglichkeiten bis hin zu Vergiftungen möglichst alles zu vermeiden.

Vor der Fütterung müssen die pflanzlichen Bestandteile immer pürier werden, denn Hunde haben kein Enzym in ihrem Verdauungstrakt besitzen, das die pflanzlichen Zellwände aufspalten könnte. Ein Pürierstab oder Mixer übernimmt diese Aufgabe auf mechanisch Weise, es selbst einfach nur zu zerdrücken reicht nicht aus. Enthält das Obst oder Gemüse Kerne müssen diese zuvor entfernt worden sein, da die Inhaltsstoffe meist giftig sind. Das Grüne einer Pflanze beherbergt häufig den größten Vitaminanteil, vorausgesetzt es ist frisch oder schockgefroren. Wer diese für das Hundefutter verarbeiten möchte, sollte auf BIO-Qualität achten, um seinen Hund nicht unnötig mit Schadstoffen zu belasten. Auch Ware aus dem Ausland kann gar nicht so frisch sein, wie welches aus der Region.

Milchprodukte

Ob Milch und Ei beim Barfen auch zum Einsatz kommen sollen ist ein heikles Thema. Milchprodukte sind umstritten, da der Hund keine Enzyme besitzt, die den enthaltenen Milchzucker spalten können. Deswegen führen Milchprodukte, in den Lactose noch enthalten ist, manchmal zu Durchfall oder anderen Verdauungsbeschwerden. Joghurt, Hüttenkäse oder Quark ist lactosefrei und gelten damit als besserer Eiweißlieferant.

Eier

Eier in größeren Mengen sind problematisch, weil das Eiweiß Avidin enthält. Im Hundedarm würde es das Biotin binden, das dadurch nicht mehr ins Blut aufgenommen werden kann. Biotinmangel wäre die Folge, und könnte sich durch stumpfes Fell oder Hauterkrankungen bemerkbar machen. Eigelb hingegen enthält viele viele Vitamine, essentiellen Fettsäuren und Spurenelemente und Eierschalen enthalten Calcium. Darum sind 2 -3 Eier (wenn möglich ohne Eiweiß) pro Woche erlaubt.

Getreide und Kohlenhydrate

Getreide kann, muss aber nicht, gefüttert werden. Wer sich dafür entscheidet sollte nur glutenfreies Getreide verwenden. Bekannter weise steht Gluten im nicht unbegründeten Verdacht Allergien auszulösen. Da es auch Getreidesorten gibt, die von Natur aus kein Gluten enthalten ist dies kein Problem. Gefüttert werden können beispielsweise gekochter Reis oder Hirse. Auch gekochte Kartoffeln und Süßkartoffeln sind denkbar. Weizen, Gerste, Grünkern, Dinkel und Roggen enthalten Gluten.

Öle

Dass Fette und Öle sind deswegen unverzichtbar, weil sie dafür sorgen, dass die in der restlichen Nahrung enthaltenden Stoffe, wie beispielsweise Vitamine, auch ins Blut aufgenommen werden können. Sie sind sozusagen die Taxis für die fettlöslichen Vitamine E, D, K und A. Außerdem braucht der Hund Fettsäuren, die in kaltgepressten Ölen enthalten sind. Der Hund kann sie selbst nicht bilden, wie Linolsäure (LA) und die alpha-Linolensäure (ALA). Sie sind unabdingbar für das Nervensystem generell, die Fruchtbarkeit, die Haut und das Abwehrsystem. Jeden Tag ein TL gutes Öl kann für den einen Hund gut sein, für den anderen zu viel. Bekommt der Hund Durchfall, fettiges Fell oder wird dicker, gib ihm weniger. Empfohlen werden Hanföl, Leinöl, Nachtkerzenöl, Rapsöl und Walnussöl.

Zusatzpräparate

Welche Zusätze bei BARF genommen werden ist ganz unterschiedlich. Man sollte auf die individuellen Bedürfnisse des Hundes eingehen. Das heißt, ein Welpe in der Wachstumsphase braucht etwas anderes, als ein Hund nach einer OP oder ein alter Hund. So kann das Wachstum, die Gesundung oder Fitness kurmäßig unterstützt werden. Beispielsweise mit: Algen (Spirulina, Chlorella), Calcium, Knochenmehl, Hefe, Salze, Propolis.

UrbanDog ist unverschämt

…und behauptet, du weißt gar nicht, was du deinem Hund fütterst, denn du weißt nicht mal, wie du dich selber am besten ernährst. Steig ein in die Diskussion, ganz unten in der Kommentarfunktion!