die

Französische Bulldogge

Kleiner Sturkopf süß verpackt

Laut der CHECK24-Analyse vom April 2018 ist die französische Bulldogge die zweitbeliebteste Hunderasse der Deutschen. Verantwortlich für das gute Ranking ist sicherlich sein Kindchenschema: breit gesetzte Glubschaugen, süße Stirnfalten, Fledermausohren und eine niedliche Stupsnase. Die letztere wird im Fachjargon als brachycephales Syndrom bezeichnet. Der durch die Qualzucht verkürzte Gesichtsschädel sieht zwar sympathisch drollig aus, führt aber zu Atemnot, Erkrankungen des Herz- und Kreislaufsystems und Missbildungen der Gehörgänge.

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GESCHICHTE

Wer in das ulkige Gesicht des French Bully schaut, kann wohl kaum glauben, dass seine Vorfahren eine Vergangenheit als Kampfhund haben. Die alten englischen Bulldoggen, die dem Frenchie zugrunde liegen, nahmen an Hundekämpfen und Stierkämpfen teil. Erst als 1835 die Kämpfe verboten und die Hunde arbeitslos wurden, änderte sich auch die Zuchtrichtung. Gekreuzt wurden vermutlich auch Doggen, Terrier und Möpse. Mit den englischen Webern und Spitzenklöpplern, die während der industriellen Revolution die Arbeit verloren haben, wanderten die Hunde in die Normandie aus, wo große Spitzenfabriken entstanden.
Der so kreierte Toy-Bulldog stieß in Frankreich, aber auch in Belgien auf Begeisterung. Aus rauflustigen Muskelpaketen sind schließlich kleinere, doch nicht weniger dienstbereite Exemplare entstanden, die Anstellung als Rattenfänger in den Pariser Markthallen, aber auch bei Metzgern und Kutschern fanden. Von der besseren Gesellschaft entdeckt, avancierte die französische Bulldoge schnell zum Maskottchen von Reichen und Adeligen. Der erste Rassestandard wurde 1898 festgelegt, im gleichen Jahr erfolgte auch die Anerkennung der französischen Bulldogge als offizielle Rasse.

auf einen

BLICK

VERWENDUNG

Heutzutage übernimmt der Frenchie meist dekorative Zwecke, aber auch gesellschaftliche Aufgaben. Als Schoßhund für Senioren, Gesprächspartner für Alleinstehende oder Maskottchen für Familien eignet sich die Französische Bulldogge bestens. Für Leistungssportler und Extrem-Outdoorer weniger.

CHARAKTER

Die Französische Bulldogge ist ein typischer Vertreter der FCI-Gruppe 9: Gesellschafts- und Begleithunde – er leistet eben Gesellschaft und begleitet seine Halter durch den Tag, gerne als Bürohund. Er ist intelligent, loyal und sehr menschenbezogen. Er passt sich weitgehend dem Lebensstil seines Frauchens und Herrchens an, möchte aber am liebsten überall dabei sein, ob Urlaub, Picknick oder Besuch bei Freunden. Verspielt und sympathisch, erschleicht er sich seine Streicheleinheiten oder Belohnung sehr leicht. Er tobt und schmust gerne, ist kinderlieb und meist sehr gut drauf. Trotz seiner Anhänglichkeit hat die Französische Bulldoge kein ausgeprägtes „will to please“ (Wille zum Gefallen) und ist nie unterwürfig. Ein charmanter Sturkopf und gemütlicher Typ mit eigenen Vorlieben. Dressur, Trickschule oder Agility -Training gehören eher nicht dazu. Dafür ist der Frenchie weder Jäger noch Kläffer – ein harmloser Zeitgenosse, gerade bei kritischen Nachbarn.

HALTUNG

Mit der Französischen Bulldogge lässt sich vieles anstellen: sie kann ebenso hingebungsvoll herumtoben wie stundenlang ausgiebig chillen. Für Ausdauersport, gerade an warmen Tagen, ist der Hund allerdings nicht geschaffen. Leidenschaftliche Jogger oder enthusiastische Radfahrer hätten in der französischen Bulldoge keinen guten Sparringpartner. Wer allerdings gerne durch die Gegend schlendert, kann das mit dem Frenchie gut tun, auch stundenlang.
Stundenlange Einsamkeit erträgt der gesellige Hund dagegen nur schwer. Er ist eindeutig kein Einsiedler. Vielmehr ein Charmeur und unternehmungslustiger Partylöwe. Bei der Erziehung ist unbedingt Konsequenz nötig, weil er seine Grenzen auf besonders bezaubernde Art und Weise austestet. Alles in allem ist der Frenchie ein Familientyp, auch als Anfängerhund geeignet. Große Raumansprüche hat er nicht, kann also sehr gut in einer Wohnung gehalten werden.

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