der

Chihuahua

Ein Winzling mit großem Ego

Der Chihuahua ist der beste Beweis dafür, dass Hunde kein Gefühl für ihre eigene Größe haben. Der kleinste Rassehund der Welt zeigt sich nämlich selbstsicher und unerschrocken auch den größten und muskulösesten Artgenossen gegenüber. Wachsam, loyal und mutig, könnte der Chihuahua den idealen Beschützer abgeben, wäre da nicht sein winziges Format. Sein Hang zur Selbstüberschätzung geht Hand in Hand mit Temperament und Willensstärke – der kleine Zwerg mit Glubschaugen und fledermausähnlichen Ohren braucht eine konsequente Erziehung.

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GESCHICHTE

Der Chihuahua gehört zu den ältesten Hunderassen der Welt, sein Ursprung liegt aber im Dunkeln. Am wahrscheinlichsten scheint die Theorie zu sein, dass die kleine Rasse aus Mexiko stammt. „Chihuahua“ bedeutet im Aztekischen einen „trockenen und sandigen Ort“ und bezeichnet heute die größte Provinz im Norden Mexikos, die an die Vereinigten Staaten grenzt. Der Chihuahua sollte von den „Techichis“ abstammen, winzigen Hunden der Tolteken, einem mittelamerikanischen Volk, das im 13. Jahrhundert von Azteken erobert wurde. Die Techichis, denen Fähigkeiten wie Hellseherei oder Wunderheilung zugeschrieben wurden, dienten den Ur-Mexikanern als Opferhunde.
Der Hund sollte die Seele seines verstorbenen Herrn durch die Unterwelt geleiten – dabei halfen ihm die großen Augen, im Dunkeln den Weg ins Paradies zu finden. Zahlreiche Gräber Mexikos haben kleine Hundeskelette offenbart, die stark an heutige Chihuahuas erinnerten. Später züchteten Einheimische die Minihunde und verkauften sie ab Mitte des 19. Jahrhunderts an begeisterte Touristen. So gelangte der Chihuahua nach Nordamerika und schließlich nach Europa.
Eine andere Theorie besagt, dass der Chihuahua aus dem alten Ägypten stammt, wo man in Gräbern Überreste kleiner Hunde mit Fontanelle fand, einer kleinen Öffnung in der Schädeldecke, welche typisch für die Rasse ist.
Im Jahre 1905 wurde der Chihuahua als Rassehund anerkannt. Es gibt den langbeinigen Derry- und den kräftigeren Cobby-Typ. Beide kommen als Lang- und Kurzhaarvariante vor.

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BLICK

VERWENDUNG

Sehr oft muss der Chihuahua lediglich als Schoßhund herhalten, als Püppchen, das in der Tasche durch die Gegend kutschiert wird. Das Herumtragen wird ihm keinesfalls gerecht, er ist nämlich sehr lebhaft, braucht Bewegung und macht eine gute Figur als Begleithund. Als Familienhund kommt der Winzling nur bei älteren Kindern in Frage.

CHARAKTER

Von Natur aus ist der Chihuahua meist mit einem starken Charakter und wahrlich südländischen Temperament ausgestattet – eine tückische Kombination bei der winzigen Größe und den entwaffnenden Kulleraugen. Wer aufgrund des zierlichen Körperbaus und der possierlichen Optik auf konsequente Erziehung verzichtet, sieht sich schnell mit einem launischen und dickköpfigen kleinen Tyrannen konfrontiert, der jeglichen Unmut mit einem lauten, nervösen Kläffen äußert. Bei angemessener Disziplin und klar gesetzten Grenzen, ist der Chihuahua ausgesprochen aufmerksam, lernfähig und clever. Er zeigt sich neugierig, verspielt und äußerst unternehmungslustig: So gut wie immer will er mit den Haltern bereitwillig mitkommen. Sanft, verschmust und liebenswürdig im Kontakt mit Menschen, hat er trotzdem seine klaren Prioritäten und orientiert sich meist an nur einer Person, der er seine Zuneigung und grenzenlose Loyalität zeigt. Umgekehrt proportional zu seiner Körpergröße braucht die Rasse viel Aufmerksamkeit. Zu sehr verwöhnt und verhätschelt, zeigt er sich aber eifersüchtig und besitzergreifend. Langhaarige Exemplare sind meist sanft und verträglich. Die Kurzhaar-Chihuahuas verhalten sich oft energisch und versuchen, die Rudelführung an sich zu reißen.

HALTUNG

So putzig und winzig der Chihuahua auch ist – er ist kein Maskottchen für die Tasche, sondern ein Hund mit ganz gewöhnlichen Bedürfnissen und typischen Verhaltensweisen. Er liebt Bewegung und entpuppt sich im Freien als eine nahezu unermüdliche Sportskanone. Ob Apportieren oder Agility, Treibball oder Suchspiele, Obedience oder Dogdancing – auch mit seinen kurzen Beinchen will der Chihuahua körperlich gefordert werden. Für Jogger oder Radfahrer ist die Rasse allerdings nicht geeignet.
Selbst, wenn er mental kein Softie ist, erfordert sein zierlicher Körperbau ein gewisses Feingefühl: Grobes Spielen, feste Griffe oder ruppige Knuddeleinheiten verträgt das Winzling eher schlecht. Ähnlich wie unbeabsichtigte Tritte in Menschenmengen oder zu heftige Korrekturen mit der Leine, besonders wenn er ein Halsband trägt. Chihuahuas fühlen sich auch in einer Wohnung wohl – vorausgesetzt, die Gassirunden und Spieleinheiten kommen nicht zu kurz.

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CHIHUAHUA

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