Ein Hund in der Kleinwohnung

Die weitläufige Meinung geht dahin, dass eine artgerechte Hundehaltung auch dementsprechend großzügige Wohnverhältnisse voraussetzt. Dies schließt jedoch keineswegs aus, dass ein Hund sich nicht auch in einer Kleinwohnung wohlfühlen kann. Für deinen Hund ist das wichtigste, in deiner Nähe zu sein – dafür macht er auch gerne Abstriche. Natürlich spielen  Rasse und Schulterhöhe des Vierbeiners eine wesentliche Rolle für den Platzbedarf. Mindestens gleich wichtig sind jedoch deine eigenen Lebensgewohnheiten. Bist du ein sogenannter Couchpotatoe, dann wird sich der relaxte Basset gerne neben dich gesellen (und möglicherweise auch den Großteil der Sitzfläche besetzen). Musst du täglich 8 Stunden ins Büro, wird der temperamentvolle Setter eventuell währenddessen deine Wohnung neu gestalten – aber leider nicht nach deinem Geschmack.

Temperament vor Größe

Damit sich ein Hund auf begrenztem Raum wohlfühlen kann, muss sein Temperament ausgeglichen und eher ruhig sein. Daher eignet sich ein quirliger Border Collie weniger für die Kleinwohnung als die ruhige Dogge, auch wenn die Größe eigentlich auf das Gegenteil hindeutet. Willst du einen bewegungsfreudigen Hund auf wenigen Quadratmetern halten, solltest du selbst sehr aktiv sein. Tägliche gemeinsame Dauerläufe und ein umfassendes Beschäftigungsprogramm sind dann zwingend notwendig, um nicht einen unglücklichen Dauerkläffer im Zimmer zu haben.

Das ursprüngliche Zuchtziel berücksichtigen

Für die Wohnungshaltung sind generell die meisten „Gesellschaftshunde“ geeignet. Sie wurden mit dem Ziel gezüchtet, dem Menschen zu gefallen und ihn zu begleiten.  Gebrauchshunde wie beispielsweise Hütehunde, Jagdhunde oder Herdenschutzhunde brauchen ihre Aufgabe – die in ihren Genen verankert ist und für welche sie speziell gezüchtet wurden. Gänzlich ungeeignet für eine Stadtwohnung sind alle Herdenschutzhunde: Obwohl vom Temperament eher ruhig, müssen sie einen Freibereich zur Verfügung haben, den sie bewachen können.

Treppensteigen – nichts für die Gelenke

Besonders große Hunde sollten keine Treppen steigen müssen – dies geht sehr auf die Gelenke und führt zu Langzeitschäden. Eine Wohnung im obersten Stock ohne Lift ist für diese Vierbeiner also Gift. Hast du einen kleineren Hund, kannst du ihn aber auf den Arm nehmen – das fördert sogar deinen Fitness-Effekt, schließlich trainierst du dann mit Gewicht. Ist in deinem Wohnhaus ein Lift vorhanden, könnte dein Hund sich anfangs davor fürchten. Du solltest ihn also langsam an die Fahrten gewöhnen und darauf achten, dass er immer an der Rückwand des Liftes steht. Er könnte sich sonst an der Türe die Pfoten quetschen.

Einrichtung hundefreundlich

Bei der Einrichtung deiner Wohnung solltest du auch auf die Bedürfnisse deines vierbeinigen Freundes Rücksicht nehmen. Besonders wichtig ist ein eigener Bereich, in den sich dein Hund zurückziehen kann – oder auf den du ihn schicken kannst, wenn Gäste kommen.  Euer zuhause darf auch nicht zu vollgestellt mit Möbel und Krimskrams sein – so können du und dein Hund auch auf kleiner Fläche spielen und Bewegung machen. Hast du einen langhaarigen Hund, ist vielleicht das teure Designersofa nicht die beste Wahl. Eine erhöhte Liegefläche nahe dem Fenster ermöglicht deinem Hund, während deiner Abwesenheit sein privates Live-Fernsehen zu genießen. Sollte er das jedoch mit Dauerbellen garnieren, ist natürlich Schluss mit lustig.