Tierheime schwimmen nicht gerade im Geld. Sie sind auf Spenden und ehrenamtliche Helfer angewiesen. Sachsen-Anhalt weiß das und stellt Fördermittel zur Verfügung. In den Vorjahren ist davon viel verfallen. Nun sieht es anders aus.

Magdeburg – Die Tierheime in Sachsen-Anhalt haben wieder mehr Fördermittel beantragt, nachdem sie in den Vorjahren Hilfen verfallen lassen haben. Für dieses Jahr hätten die Einrichtungen 18 Anträge über eine Fördersumme von rund 190 000 Euro eingereicht, teilte das Umweltministerium in Magdeburg auf Nachfrage der Deutschen Presse-Agentur mit.

Insgesamt stünden 88 000 Euro zur Verfügung.

Noch im vergangenen Jahr waren von bereitstehenden 80 000 Euro nur knapp 54 000 Euro abgerufen worden. Das Ministerium hatte förderfähige Anträge beklagt.Für das aktuelle Jahr seien 16 der 18 Förderanträge auf bauliche Verbesserungen in den Tierheimen ausgerichtet. Es gehe etwa um die Grundsanierung von Katzenstuben und Hundezwingern, zusätzliche Ausläufe und Außengehege für Hunde, Katzen und Kleintiere sowie Arbeiten an Dächern, neue Fenster und Türen.

Anträge für Fördermittel müssen den Förderrichtlinien entsprechen

Auch Krankenstuben und Quarantänestationen wollten die Tierheime einrichten. Ein Antrag habe den Bau einer Schallschutzwand beinhaltet. Ziel eines anderen seien Fördermittel zur Kastration von Katzen in einem Stadtgebiet. Die Anträge werden laut Ministerium aktuell bearbeitet. Bis zum 15. August seien sieben Anträge bewilligt worden. Fünf wurden abgelehnt, weil sie zum Teil keinen Bezug zur Förderrichtlinie hatten, in einem Fall habe der beantragte Zuschuss bei Weitem die maximal zulässige Höchstsumme von 10 000 Euro überschritten. In zwei Fällen hätten die Tierschutzvereine ihre Anträge zurückgezogen.

Nicht bewilligte Mittel verfallen im Folgejahr

Seit dem Jahr 2012 sind bei der Tierheim-Förderung rund 90 000 Euro nicht ausgezahlt worden, wie das Ministerium weiter erklärte. Grundsatz sei, dass nicht bewilligte Mittel nicht in Folgejahre übertragen werden können. Dass so viel Geld verfallen ist, habe zum einen an der geringen Zahl von Anträgen gelegen und zum zweiten an unvollständigen Unterlagen. Im laufenden Jahr 2017 würden die Haushaltsmittel aber aller Voraussicht nach ausgeschöpft.