Vestibularsyndrom – Symptome und Behandlung

Vor allem bei älteren Hunden kann der Gleichgewichtssinn gestört sein. Die Symptome ähneln dem eines Schlaganfalls beim Menschen: Das Tier hält plötzlich den Kopf schief, und die Augäpfel bewegen sich unkontrolliert von rechts nach links. Manche Hunde können nicht mehr stehen oder erbrechen sich. Das sogenannte Vestibularsyndrom lässt sich behandeln, wenn man schnell vorgeht, erklärt Tierärztin Sonja Krämer von der Tierärztlichen Vereinigung für Tierschutz. Viele Halter fürchten, dass ihr Hund nicht mehr zu retten ist und schalten zu spät den Tierarzt ein.

Hunde werden mit Infusionen und entsprechenden Medikamenten behandelt. Viele Tiere erholen sich innerhalb von zwei Wochen vollständig, manchmal kann eine leichte Schiefhaltung des Kopfes zurückbleiben. Warum ältere Hunde das Vestibularsyndrom bekommen, ist noch nicht geklärt.

Das paarige Vestibularorgan (Organon vestibulare) wird auch Gleichgewichtsorgan genannt. Dieses aus drei Bogengängen und zwei Makulaorganen bestehende Organ befindet sich im Innenohr, genauer gesagt zwischen dem Trommelfell, also der Membrana tympani und der Hörschnecke, der Cochlea. Der Vestibularapparat steuert die Orientierung im Raum die Aufrechterhaltung von Kopf- und Körperhaltung sowohl in Ruhe als auch in der Bewegung das Bewusstsein von Stehen, Liegen, Bewegung und Ruhe.

Symptome

  • Das Tier kann sich kaum auf den Beinen halten,Stolpern, Taumeln, Schwanken
  • Im Kreis drehen
  • Unfähigkeit, zu gehen, das Tier fällt einfach um
  • Schiefhaltung des Kopfes in Richtung der Störung
  • Rhythmisches Augenzucken (Nystagmus)
  • Übelkeit
  • Erbrechen
  • Futterverweigerung

Diagnose

Treten alle genannten Symptome auf, kann man – insbesondere bei einem älteren Hund – mit ziemlicher Sicherheit von einem Vestibularsyndrom ausgehen. Andere Ursachen für Gleichgewichtsstörungen sollten dennoch ausgeschlossen werden, wie z.B. Ohrentzündung, Fremdkörper, Tumor, Nebenwirkungen eines Medikaments oder epileptischer Anfall, um nur einige mögliche Differentialdiagnosen aufzuzählen.

Behandlung

Das Vestibularsyndrom verschwindet in der Regel von selbst, dennoch ist das betroffene Tier einem hohen Leidensdruck ausgesetzt und sollte entsprechend behandelt werden. Da die genaue Ursache für die Erkrankung nicht bekannt ist, wird symptomatisch behandelt. Der Tierarzt wird in der Regel eine Infusionstherapie an 3 aufeinander folgenden Tagen, ein Antiemetikum, also ein Mittel gegen Übelkeit und Erbrechen sowie Vitamin B verordnen. Zusätzlich bieten klassische Homöopathie und/oder Bioresonanz gute Behandlungsmöglichkeiten.

Nach 2-3 Tagen sollte sich bereits eine leichte Besserung einstellen, nach etwa 2 Wochen ist das Vestibularsyndrom in den meisten Fällen abgeklungen, nach insgesamt 4 bis 8 Wochen sind die meisten Tiere wieder beschwerdefrei. In seltenen Fällen kann eine leichte Kopfschiefhaltung und viel seltener eine Taubheit bestehen bleiben.

Was Sie als Halter tun können

Zunächst einmal muss das erkrankte Tier Ruhe haben. Es wird viel Liegen wollen und sollte daher die Möglichkeit haben, auf seinem Platz liegen zu können, ohne gestört zu werden. Sie sollten darauf achten, dass der Schlafplatz ebenerdig ist und sich das Tier nicht an Ecken von Möbeln o.ä. verletzen kann. Wenn der Bodenbelag recht glatt ist, sollte ein rutschfester Teppich ausgelegt werden.

Ist der Schwindel sehr stark, kann es sein, dass Ihr Tier nicht alleine aufstehen kann. Hier müssen Sie als Halter Ihrem Tier behilflich sein und es ggf. tragen, damit es sich lösen kann.

Oftmals haben die Tiere zwar Hunger, wollen aber nicht fressen, weil Ihnen beim Fressen schwindelig und übel wird. Der Futternapf dreht sich vor den Augen des Tieres. Hier ist es hilfreich, das Tier mit der Hand zu füttern. Gleiches kann natürlich auch beim Wassernapf. Gegen Übelkeit helfen zum Beispiel Tees aus Fenchel, Kümmel und Kamille.