Hündeführerschein ja oder nein?

Der VDH (Verband für das Deutsche Hundewesen) bietet die Möglichkeit, einen Hundeführerschein zu machen. Verbandsmitglieder und privat Interessierte können auf freiwilliger Basis den vergleichsweise aufwendigen Test machen, bei dem der rücksichtsvolle Umgang zwischen Halter und Hund und deren Auftreten in der Öffentlichkeit im Vordergrund stehen. Nach einheitlichen Kriterien lehren und prüfen vom VDH ausgebildete Trainer.

Anders als andere Sachkundenachweise dieser Art, zielt der VDH direkt auf das Hund-Halter-Gespann ab, das heißt weder ausschließlich auf das Hundewissen des Halters, noch ausschließlich auf das Wesen des Hundes. Vielmehr steht die Sozialverträglichkeit dieses speziellen Zweierteams, du und dein Hund, im Vordergrund. Den VDH-Hundeführerschein machst du nicht mit irgendeinem Hund, sonder mit dem einen, deinen. Daher ist es sinnig mit einem neuen Hund auch einen neuen Hundeführerschein zu machen. Der VDH-Hundeführerschein baut auf drei Säulen auf:

  1. Sachkunde des Hundehalters
  2. Gehorsam des Hundes
  3. Sozialverträglichkeit des Hundes
  1. Was verstehst du? – deine Sachkunde als Hundehalter

In diesem Theorieteil geht es um allgemeines Hunde-Wissen. Vorbereitend dient ein Kurs zur Vermittlung. Zusätzliche Lernmaterialien kannst du zum Selbststudium nutzen, um dich den Themen Umgang und Ausbildung von Hunden zu nähern. Ein schriftlicher Test schließt diesen Prüfungsteil ab.

  1. Was versteht dein Hund? – der Gehorsam deines Hundes

Hier geht es um die Grundausbildung des Hundes, damit dieser kontrollierbar wird. Beim erlernen der Grundübungen steht die Anleitung im Vordergrund, nicht die fehlerfreie Ausführung einer bloßen Bewegung, damit die Bindung zwischen Hund und Halter enger werden kann. Am Ende dieses zweien Teils testen die neutralen Prüfer, wie gehorsam der Hund ist, nicht ob er wirklich gerade sitzt. Er bewertet die Leinenführigkeit des Hundes, wie gut er frei folgt, Sitz und Platz macht, auf das Kommando Komm reagiert und sich angebunden ruhig verhält.

  1. Ruhig bleiben – die Sozialverträglichkeit deines Hundes

In diesem letzten Teil wird überprüft, ob dein Hund sich Fahrzeugen und anderen Personen gegenüber unbefangen verhält. Es geht darum, dass er sich im öffentlichen Raum angemessen und rücksichtsvoll verhält, sodass sich niemand belästigt fühlt oder gefährdet wird. Trotz Ablenkung und starker Belastung, wie beispielsweise in Situationen mit Rad- oder Mopedfahrern und Joggern, darf dein Hund nicht unangemessen aggressiv reagieren. Durch dich als Hundeführer soll sich dein Hund als kontrollierbar und beherrschbar erweisen. Wesentliche Elemente eines Verhaltens- bzw. Wesenstests werden in diesem Prüfungsteil abgedeckt.