Hunde-Diebstahl ist ein Alptraum, den kein Hundebesitzer jemals erleben möchte. Der Diebstahl von Hunden ist aber Realität. Es gibt eine Statistik, nach der in deutschen Großstädten vier bis fünf Hunde täglich gestohlen werden. Der Diebstahl erfolgt häufig dann, wenn der Hund vor Geschäften auf seinen Besitzer warten muss. Diebe machen den Hund mühelos von der Leine los, während der Besitzer in dieser Zeit durch den Einkauf abgelenkt ist. Laut Bild Zeitung wurden zum Beispiel in Hessen zwischen 2010 und 2014 über 216 Hunde gestohlen.

Warum werden Hunde immer wieder gestohlen?

Die Motive für Hunde-Diebstahl sind vielfältig. Meist geht es natürlich ums Geld. Beliebt sind Rassehunde mit denen man züchten kann. Auch der Verkauf von Rassehunden ist rentabel, da für bestimmte Modehunde wie zum Beispiel der Französischen Bulldogge viel Geld bezahlt wird. Aber gestohlen werden nicht nur Rassehunde. Tatsächlich kommen Fälle vor, bei denen Hund entführt werden um sie später gegen ein teures Lösegeld an ihre Besitzer zurückzugeben. Jeder der einen Hund hat weiß, dass man alles tun würde, um den geliebten Vierbeiner zurück zu bekommen.

Realität ist auch, dass Hundefelle in der Bekleidungsindustrie gefragt sind, als Ersatz für teure Tierfelle. Obwohl Hundekämpfe verboten sind, finden sie jedoch in dunklen Hinterhöfen immer noch statt. Gestohlene Hunde werden als Beutehunde missbraucht oder als Kampfhunde abgerichtet.  Es gibt organisierte Verbrecherbanden, die Hundeklau professionell betreiben. Sie stehlen Hunde, um sie für Tierversuche zu verkaufen. Nur der Gedanke daran, was alles mit dem gestohlenen Liebling passieren könnte, treibt Hundebesitzer in den Wahnsinn.

Hunde-Diebstahl im Fall „Odin“

Ein besonders tragischer Fall von Hunde-Diebstahl ereignete sich am 20. Februar 2016 in Berlin/Spandau. Die 28jährige Marlen ist seit ihrer Geburt auf einen Rollstuhl angewiesen. An diesem Samstag ist Marlen wie so oft mit ihren beiden Hunden unterwegs. Vor einem Supermarkt einer Shopping Mall befestigt sie ihre beiden Hunde „Flocke“ und „Odin“ gemeinsam an einem Eisentisch, um auf die Schnelle das Nötige einzukaufen. Die beiden Hunde kennen das schon längst und warten wie immer geduldig auf ihr Frauchen. Diesmal passierte das unglaubliche.

Videoüberwachung liefert eindeutige Beweisbilder des Diebstahls

Die Videoaufzeichnung der Shopping Mall hat festgehalten, wie sich nur 30 Sekunden nachdem Marlen ihre Hunde zurückgelassen hatte, ein fremder großer, schlanker Mann den Hunden näherte.

Die Kamerabilder dokumentieren, wie der Mann den sechs Jahre alten Schäferhund-Labrador-Doggen Rüden „Odin“ füttert. Odin ist ein sehr freundlicher kastrierter Hund, der sich natürlich über die Aufmerksamkeit und das Futter freut. Er wedelt mit dem Schwanz und stützt sich sogar mit seinen Vorderpfoten auf die Schultern des Mannes.

© Marlen König
© Marlen König „Odin“

Zeugin hat den Diebstahl beobachtet

Es gibt sogar eine Zeugin, die den Dieb beobachtet hat.  Eine Frau mit blauer Jacke und kurzen Haaren spricht den Dieb direkt an.

Die Frau fragte ihn ob er vorhabe den Hund zu klauen. Doch der Dieb behauptet, dass die zwei sich kennen und öfter Gassi gehen würden. Er beruhigte die Frau und meinte, dass er den Hund nur abholen wollte. Es besteht kein Grund zur Sorge, dass er den Hund stehlen wollte.

Als Marlen kurz darauf in ihrem elektrischen Rollstuhl aus dem Supermarkt kam fand sie nur noch ihren 3-Jährigen Mischlingsrüden Flocke vor. Die Frau, die die Situation beobachtet hatte, kam auf Marlen zu und berichtete ihr, dass ein Mann den Hund ohne Leine einfach mitgenommen habe. Marlen war natürlich fassungslos und eilte aufgewühlt zur Information der Shopping Mall um den Vorfall zu melden. Dort bemühte man sich durch Ablaufen der Mall und des Außenbereichs Odin noch irgendwie zu finden. Leider vergeblich. Zwei Stunden wartete Marlen mit Flocke auf die Polizei damit der Hunderaub zur Anzeige gebracht werden konnte. Seit Februar wartet Malen nun schon auf ein Lebenszeichen von ihrem geliebten Odin. Sie ist dabei nicht untätig geblieben und hat keinen Stein auf dem Anderen gelassen, um ihn zu finden. Sie schaffte es sogar ins SAT.1 Frühstücksfernsehen mit ihrer Geschichte.

© Marlen König
© Marlen König

Lasst eure Hunde draußen nicht alleine warten!

Auch wenn Odin bis heute noch nicht gefunden werden konnte, so ist seine tragische Geschichte für uns alle eine Mahnung, dass wir auf unsere Vierbeiner aufpassen müssen. Philip McCreight, Leiter von Tasso e.V. Europas größtem Haustierzentralregister, warnt eindringlich davor Hunde vor dem Einkaufen draußen warten zu lassen. Gerade im Zusammenhang mit dem in Deutschland zunehmenden illegalen Hundehandel.

 

So kannst du dich vor Hunde-Diebstahl schützen:

  • Lass deinen Hund niemals alleine egal ob lose oder angeleint vor einem Geschäft warten, du musst gar nicht lange weg sein und dein Hund befindet sich schon in den Händen von Dieben.
  • Trainiere mit deinem Hund am besten von klein auf alleine zu Hause zu bleiben. Warten lassen vor einem Geschäft oder im Auto solltest du stets vermeiden.
  • Lass deinen Hund chippen und tätowieren, auch wenn das im Zweifel nicht vor Diebstahl schützt, so hast du dennoch eine Chance, dass dein Hund bei Verlust identifiziert werden kann.
  • Registriere deinen Hund bei Vereinen wie Tasso e.V.! Tasso unterstützt dich auf vielen Wegen um deinen Hund wiederzufinden.

Sei achtsam, wenn dir folgende Dinge auffallen:

  • Wenn Hunde in deiner Nachbarschaft in der Vergangenheit bereits verschwunden sind.
  • Wenn sich Fremde auffällig für deinen Hund oder die Hunde der Nachbarn interessieren.
  • Wenn sich dein Hund auffällig nervös oder sogar aggressiv verhält. Diebstahl von Hunden findet oft mittels Duftköder oder läufigen Hündinnen statt.