Entwicklungsphasen des Hundes:

Vegetative Phase, 1.-2. Woche
Übergangsphase, 2. Woche
Prägungsphase, 3.-8. Woche

Sozialisierungsphase, 9.-12. Woche

Rangordnungsphase, 13.-16. Woche
Rudelordnungsphase, 5-6. Monat
Pubertät, 7.-12. Monat
Der erwachsene Hund, 3-4 Jahre
Hundesenioren, ab 8 Jahre
Wenn dein Hund stirbt

 

Dogucation starts now – die Sozialisierungsphase

Da Hunde kein festgelegtes Instinktwesen haben, spielt die Zeit ab der 8. Woche eine wichtige Rolle für die Erziehung des Welpen durch Rudel und Hundehalter. Die Länge dieser sogenannten Sozialisierungsphase, in der die Art des sozialen Umgangs zwischen Hund und Menschen unwiderruflich geprägt werden, ist nach Trumler ca. 4 Wochen lang. Diese Phase hat allerdings kein abruptes Ende und kann auch bis zu acht Wochen dauern.

In dieser Zeitspanne lernt der Welpe seine Umwelt noch besser kennen, und vergisst nie, welche Erfahrungen jetzt gemacht hat. Er muss nun beginnen, sich in die Rangordnung einzufügen. Dies lernt er aktiv von seinen Familienmitgliedern, hauptsächlich vom Rüden. Wenn kein Rüde zur Stelle ist, bedeutet das also: dein Typ ist gefragt! Wenn du dabei die große Neugierde und Aufgeschlossenheit deines Welpen nutzt und konsequent bleibst, hast du später einen freundlichen, sozialverträglichen Hund, dem das Stadtleben mindestens so lebenswert erscheint, wie das Leben auf dem Land.

Jetzt geht die Erziehung in ihre heiße Phase.

Alle in diesen Wochen erfahrenen Unsicherheiten und Ängste sind nach der Sozialisierungsphase kaum mehr durch positive zu ersetzen. Wenn du einen neurotischen, unausgeglichenen Beißer hast, zeigen sich darin die vielleicht die Folgen einer Unterschätzung dieser Phase, in der konsequente Erziehungsmaßnahmen ignoriert wurden. Aber den Eigenschaften des Hundes werden in genau dieser Phase Gestalt verliehen, und was gemeinhin als Wesensschwäche bezeichnet wird, ist hauptsächlich durch Erziehungsfehler des Menschen verursacht worden.

Es hat Vorteile, wenn dein Welpe zu dieser Zeit noch beim Züchter, also im Rudelverband ist und du ihn zusätzlich besuchen kannst. Hunden, die die Chance hatten im Rudel groß zu werden gelten als gelassene und freundliche Genossen. Ihre sozialen Kompetenzen beruhen auf der Tatsache, dass ihnen ihre Grenzen aufgezeigt werden. Indem die Erwachsenen die Kleinen packen und auf den Boden drücken, umrennen oder schütteln, sollen die Welpen lernen, was Unterwerfung bedeutet. Kleine Draufgänger, die sich wehren oder blauäugig versuchen anzugreifen, werden schnell an ihre Grenzen gewiesen. Höchstens im Umgang mit ihren Geschwistern haben sie eine Chance haben, den Kampf um die Rangordnung zu gewinnen. Dies erfolgt hier allerdings noch spielerisch, die Rudelrangordnung legt sich später fest.

Genauso wichtig, wie der Umgang der Hundefamilie untereinander ist, ist auch, dass der Leitmensch beim Sozialisieren einwirkt. Denn sonst lernt der Welpe nicht, wer das Sagen hat und, dass er dem Menschen vertrauen kann. Der Begriff der Dominanz wird an dieser Stelle häufig als zu hart empfunden. Der Begriff Einordnung ist besser gewählt, denn letztlich geht es um eine partnerschaftliche Beziehung, in der jeder seinen festen Platz hat. Durch konsequent eingehaltene, vom Menschen gewählte Regeln, wird der Hund später nicht dominant und stellt lieber seine eigenen Regeln auf.

Außenreize in der Sozialisierungsphase

Nicht zu vergessen sind die verschiedenen Außenreizen, mit denen der Welpe in der Sozialisierungsphase konfrontiert werden sollte. Lärmende Haushaltsgeräte wie Mixer und Staubsauger, Straßengeräusche von Klingeln und Hupen, Fahrten mit den Öffis und Besuche in Kaufhäusern oder bei Freunden bieten mehr Gelegenheiten als genug, um den Welpen ans Stadtleben heranzuführen. Vergiss aber nicht Pausen zu machen. Empfindliche Rassen brauchen vielleicht etwas mehr Zeit, um sich von lauten Geräuschen nicht beunruhigen zu lassen, achte einfach auf die Reaktion deines Welpen und bleib möglichst selbst ruhig und souverän. Wenn du nicht überfordert bist ist dein Welpe es auch nicht so schnell.