Beim so genannten Morbus Addison handelt es sich um eine Erkrankung der Nebennieren, weshalb die korrekte medizinische Bezeichnung „Hypoadrenokortizismus“ lautet.

Die Nebennieren produzieren sowohl Glukokortikoide als auch Metallokortikoide, Hormone zu denen unter anderem das bekannte Kortison gehört. Man spricht von einem Morbus Addison, wenn beide Hormonarten stark erniedrigt sind, was sowohl beim Menschen als auch beim Hund zu schwerwiegenden gesundheitlichen Beeinträchtigungen bis hin zur lebensgefährlichen Zuständen führen kann.

Morbus Addison als Autoimmunerkrankung

Morbus Addison bezieht sich in erster Linie auf die Beschreibung der Symptome (also die erniedrigten Hormonspiegel im Blut). Deshalb gibt es eine Reihe von Ursachen, die zu Morbus Addison führen können. Allen gemein ist die Zerstörung des Nebennierengewebes und damit der hormonproduzierenden Zellen. Häufig ist die Ursache dafür eine Überreaktion unseres eigenen Immunsystems, weshalb man auch von einer Autoimmunerkrankung spricht. Ähnlich wie bei Diabetes mellitus Typ 1 (juvenile Diabetes) wird diese Schädigung meist spät erkannt und es gibt keine echten Heilungschancen (da das zerstörte Gewebe vom Körper nicht wieder gebildet werden kann). Weshalb der Körper sich gegen sich selbst richtet, ist nicht abschließend geklärt, aber es gibt Hinweise darauf, dass in diesem Fall die Mechanismen, die das Immunsystem im Zaum halten, versagen.

Weit seltener treten andere Krankheiten auf, die in der Folge ebenfalls zur Zerstörung der Nebennieren führen können. Beispiele dafür sind Tumore, schwere Durchblutungsstörungen in diesem Bereich (Stichwort Thrombosen) oder auch Infektionen.

Ähnlich zu einer Diabetes mellitus Typ 1 ist Morbus eine Erkrankung im jungen Alter

Morbus Addison tritt bei Hunden, aber auch beim Menschen, häufig in jungen Jahren oder im mittleren Alter auf. Man geht dabei davon aus, dass die eigentliche Ursache schon besteht, wenn sich unser Immunsystem voll entwickelt hat (beim Menschen etwa im 3.-5. Lebensjahr). Epidemiologische Studien lassen vermuten, dass es durch die Reifung des Immunsystems in unserer sehr hygienischen Gesellschaft zu dessen Überaktivierung kommt. Da sich die Nebennieren (aber auch die Bauchspeicheldrüse bei Diabetes mellitus) anfangs noch gut regenerieren können, treten erst Monate bis Jahre später die ersten Symptome auf.

Symptome von Morbus Addison

Die Symptome von Morbus Addison sind im Allgemeinen eine Anhäufung von eher als unspezifisch einzuordnenden Symptomen. Auch hierbei zeigt sich die Ähnlichkeit zwischen Mensch und Tier. Beispiele für solche Symptome können sein:

  • Plötzlicher Schockzustand ohne Vorgeschichte (Morbus Addison-Krise)
  • Durchfall
  • Erbrechen
  • Kreislaufprobleme
  • Müdigkeit
  • Allgemeine Schwäche
  • Haarverlust
  • Verringerung des Appetits

Dadurch, dass es sich um unspezifische Symptome und eine seltene Erkrankung handelt, ist die Anfangsdiagnose oft schwer zu stellen.

Behandlung von Morbus Addison beim Hund

Wie beim Menschen wendet man auch beim Hund eine entsprechende Ersatztherapie an. Dabei wird der zu niedrige Spiegel der von der Nebenniere produzierten Hormone „von außen“ erhöht. Durch die Ähnlichkeit dieser Erkrankung bei Mensch und Hund und durch die klar definierte Ursache, sind gute Medikamente verfügbar. Im Vergleich zum Menschen ist die von den Nebennieren der Hunde produzierte Hormonmenge vergleichsweise hoch. Aus diesem Grunde sind auch für die Therapie leider hohe Dosen erforderlich, was zu hohen Behandlungskosten führt. Gleichzeitig kann es einige Zeit in Anspruch nehmen, bis der Hund auf die passende Dosis eingestellt ist. Ist diese Dosis jedoch einmal gefunden, dann kann ein an Morbus Addison erkrankter Hund ein relativ normales Hundeleben genießen!