Wer einen Fahrradanhänger für Hunde sucht, hat meistens einen vierbeinigen Senior zu Hause. Dabei ist so ein Gefährt für Tiere jeden Alters geeignet und auf kürzeren Strecken eine gute Alternative fürs Auto. Was müssen Hundehalter beachten, wenn sie einen Hundeanhänger in Erwägung ziehen? Wir haben den Tail Wagon von Burley kritisch unter die Lupe genommen. Burley ist eine US-amerikanische Marke mit einer 40-jährigen Geschichte.

Wozu ist ein Hundeanhänger gut?

Burley Hundeanhänger im Test
© BURLEY

Ein Hundefahrradanhänger steht einem Kinderanhänger im nichts nach und lässt sich genauso flexibel einsetzen. Am häufigsten kommt das Zweirad-Gefährt zum Einsatz, wenn:

  • ein älterer oder kranker Hund mitfährt
  • die Halter aus Umweltgründen auf das Auto verzichten wollen
  • die Strecke zu lang ist (oder das Wetter zu heiß), um den Hund neben dem Fahrrad laufen zu lassen
  • die begeisterten Radler auf ihr Hobby nicht verzichten, aber auch den Hund nicht vernachlässigen wollen
  • der Hund den Wind in den Ohren und Zweiräder mag
Wir haben den Fahrradanhänger genutzt, um mit unseren beiden Hunden Titus und Pablo schnell der Berliner Betonwüste zu entfliehen, ohne das Auto oder die öffentlichen Verkehrsmittel zu bemühen. Erst stand uns aber der Aufbau bevor.

Wie baue ich den Burley Anhänger zusammen?

Der Burley Tail Wagon kommt per Post in einem recht flachen Karton verpackt. Die beigelegte Bedienungsanleitung lässt alle Fragen schnell klären. Da der Radhänger vorgebaut geliefert wird, braucht es nur weniger Griffe, um den neuen Flitzer für unsere Hunde zu montieren. Für die paar Schrauben brauchen wir einen Kreuzschraubenzieher, mehr Werkzeug ist für den Aufbau nicht nötig.

Burley Hundeanhänger im Test
Praktisch zusammengefalten kommt der BURLEY im Paket © BURLEY

Im Umfang befindet sich neben dem Gestell und dem Bezug auch eine Standardkupplung, Schiebestangen und zwei Alu-Räder. Nach einer halben Stunde steht das schwarz-gelbe Gefährt mitten im Zimmer und Pablo beschnuppert ihn schon aufgeregt. Titus hält sich vorsichtig zurück und zieht es vor, auf der Couch zu bleiben.

Wie gewöhne ich den Hund an den Fahrradanhänger?

Am liebsten hätten wir natürlich gleich mit den Hunden eine Runde in dem Radanhänger gedreht, doch bevor wir aufbrechen können, müssen wir die kleinen Kerle an das Haustiermobil gewöhnen. Schließlich sollen sie auch ihren Spaß haben und das geht ja nur, wenn sie keine Angst haben und freiwillig einsteigen. Pablo erforscht das neue Mobil auf Anhieb neugierig, Titus bleibt skeptisch. Wir öffnen das Verdeck, betätigen die Feststellbremse und legen seine Lieblingsleckerli in den Anhänger.

Burley Hundeanhänger im Test
Noch müssen sich die beiden an den BURLEY gewöhnen © urban.dog

Es dauert nicht lange, bis er einspringt und seine Kekse genüsslich vertilgt, doch er bleibt nicht liegen. Genauso schnell wie er hereingesprungen ist, ist er wieder draußen. Dafür springt Pablo rein und leckt die nicht vorhandenen Keks-Reste auf. Wir wiederholen die Aktion noch drei mal und loben Titus jedes Mal überschwänglich, wenn er wieder hereinspringt. Das Mobil bleibt über Nacht im Zimmer stehen. Am nächsten Tag lassen wie beide Hunde nach den Leckerli in dem Anhänger suchen und ziehen dabei den Reißverschluss zu. Dann lösen wir die Feststellbremse und bewegen das Mobil ruhig hin und her im Zimmer. Pablo schaut etwas verdutzt, bleibt aber ruhig sitzen. Titus ist recht nervös und kratzt an der Wand.

Wir lassen die Hunde aussteigen, machen eine Pause und schmusen mit ihnen in direkter Nähe zu Burley. Am nächsten Tag rollen wir die Hunde aus der Wohnung: erst auf den Korridor und dann nach draußen. Wir machen eine kleine Runde um den Block und werfen Pablo und Titus immer wieder Leckerli durch das Netz. Am nächsten Tag unternehmen wir endlich unsere erste Runde in den nahegelegenen Gleispark. Pablo genießt die Fahrt sichtlich, Titus bleibt etwas angespannt. Nach einer Gassi-Runde im Park steigt er aber freiwillig wieder ein und bekommt eine Portion Lob.

Burley Hundeanhänger im Test
Pablo hat sich nur nach kurzer Zeit schnell an den BURLEY gewöhnt © urban.dog

Nach insgesamt drei Tagen Gewöhnungsphase fahren wir mit den Hunden raus aus der Stadt und freuen uns auf die Unabhängigkeit vom Auto und öffentlichen Verkehrsmitteln

Was bringt Burley Tail Wagon mit?

Der Hundeanhänger von Burley wiegt mit allem drum und dran elf Kilo und erlaubt eine Zuladung von maximal 34 Kilo. Titus und Pablo bringen zusammen 24 Kilo auf die Waage, es bleibt also noch Luft nach oben. Ein stabiles Netzmaterial sorgt für gute Belüftung und erlaubt den Hunden auch, die Gegen zu beobachten. Das schwarz-gelbe Verdeck macht einen robusten Eindruck und ist laut Hersteller auch wetterfest. Das konnten wir nicht ausprobieren, dieses Jahr verzichtet Berlin ja hartnäckig auf den Regen. Die Bodenplatte lässt sich herausnehmen und waschen – praktisch gerade, wenn die Hunde gebadet und etwas versaut in den Hänger steigen. Reflektoren und eine Sicherheitsfahne sorgen für gute Sichtbarkeit auf der Straße. Die Maße von Burley Tail Wagon sind:

• Innenbreite ca. 48 cm
• Innenlänge ca. 82 cm
• Innenhöhe (höchste Stelle) ca. 58 cm
• L x B x H (Basis) in cm 93 x 79 x 81
• L x B x H (gefaltet) in cm 95 x 71 x 24
• Laufräder 16″ Alu

Der Hundefahrradanhänger lässt sich platzsparend zusammenklappen und verstauen. Mit 499 EUR ist Burley Tail Wagon sicher nicht so günstig wie die chinesische Konkurrenz, macht aber auch einen deutlich stabileren und solideren Eindruck als andere Modelle, die wir im Fachhandel beäugt haben. Wer gut im Netz sucht, kann den BURLEY schon ab 389 EUR online erhalten.

Der Burley Tail Wagon – Unser Fazit

Der Aufbau von Burley Tail Wagon ist einfach, die Bedienungsanleitung logisch und verständlich. Das Modell macht einen stabilen Eindruck, kleine Details wie Taschen an den Wänden und das herausnehmbare Bodenkissen machen Spaß – da hat jemand wirklich mitgedacht. Die sportliche Silhouette gibt optisch was her und das Gewicht von 11 Kilo ist auch akzeptabel. Einzig der Adapter – also die Kupplung – macht bei der Fahrt einen etwas lockeren Eindruck und muss nach ein paar Kilometer nachgezogen werden. Die Deichsel ist zwar zusätzlich gesichert, sodass eine vollständige Abkupplung während der Fahrt nicht möglich ist, trotzdem gäbe eine feste Verbindung ein besseres Gefühl.

Offenlegung: Der BURLEY Tail Wagon wurde uns kostenfrei zur Verfügung gestellt. Diesen haben wir dann in unserem Adventskalender 2017 verlost.